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Van Golden – Biographie

Die Musik von „Van Golden“ erinnert an die Show eines grossen Zirkus. Der Soul, das Spektakel, die bunten Geschichten, sind von derselben Magie. In der Manege führen die Sängerinnen Marisa und Raphaela Pichler, als Direktorinnen in glitzernder Garderobe, die Zuschauer singend und tanzend durch das Programm. Das Orchester spielt soulige Pop-Musik, „BANG BANG BANG“ dröhnt es aus den Lautsprechern und das „Schwarzpulver“ gibt den Startschuss zum Finale. Der Clown macht sich über die Welt der Schönen und Reichen lustig, den „Lifestyle“ mit Sushi zum Z’Mittag und einem Birkin Bag zum Z’Nacht, welcher nicht „sini Wält“ ist. Und dem dummen Augustin rollen die Tränen über die Wangen, weil er schon den „Anfang vom Ändi“ sieht. Das ist Teil des Programms der Erstlings CD „Platin“ von „Van Golden“. Eine grosse Show, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählt. Die Texte handeln von Beziehungen, von der Liebe, die so gross ist, dass man sich ganz klein fühlt und von Freundschaften, die sich verlieren und wieder finden. „Van Golden“ singen von dem Gefühl, trotz Zweisamkeit alleine zu sein, sie sprechen vom Energieschub durch einen Neuanfang, über das Streben nach „Grösserem, Besserem, Schönerem und Höherem“. Und die Zuhörer erkennen sich wieder, wenn sie vom verwirrenden Labyrinth singen, das manchmal keinen Ausweg zeigt, von den Steinen im Bauch, die das Leben mühselig machen und dem Engel, der neue Hoffnung versprüht. So hat das Debütalbum „Platin“ eben ganz viel von einer grossen Zirkus Show: Witz und Melancholie, Spannung und Entladung.

Sind „Van Golden“ die neuen Kessler Zwillinge, die in den 50er Jahren ihren Erfolg feierten?

Vielleicht, Raphaela und Marisa haben die besten Voraussetzungen dazu. „Van Golden“ verbindet eine ähnliche Synthese, die es wohl nur in einer Familie geben kann. Die Texte wurden alle gemeinsam geschrieben und die Lead-Stimmen singen beide, was in einer „gewöhnlichen“ Band ohne baldige Trennung, kaum möglich wäre. Marisa und Raphaela wuchsen im Raum Aarau auf, haben dieselbe Schulbank gedrückt und dieselben Filme angesehen, die mit Schauspieler Fred Astaire und seiner Tanzpartnerin Ginger Roger, gehörten zu ihren Favoriten. Die Schwestern musizieren, steppen und tanzen, seit sie wissen, wie die Töne zu treffen und die Beine zu heben sind und das schon immer im Doppelpack. Sie besuchten den klassischen Schulchor und gründeten ihre erste Band mit 15 Jahren. Darauf folgten Live-Auftritte als Lead- und Backgroundsängerinnen, über 150 Mal standen sie auf der Bühne. Und auf der Bühne, da sind sie am liebsten. Ganz anders als die meisten Schweizer Interpreten wissen sie, wie jeder noch so müde Knochen der Zuschauer wach wird. Musikalisch inspiriert sie Erykha Badu, Diana Ross, Lizz Wirght oder die Stimme Nikka Costas und fast alles von Motown Records. Die meisten Songs entstanden in Zusammenarbeit mit Thomas Garcia, Songwriter, Freund der Familie und Bandleader von Lockstoff. Einige Songs schrieben der Gitarrist Christian Hugelshofer und die Vibraphonistin Sonja Huber mit. Produziert wurde die CD von Frank Niklaus (Heidi Happy, Song Circus, Lockstoff, Plüsch, Blusbueb, HNO), Christian Hugelshofer (Blusbueb) und Thomas Garcia. Gemischt wurde das Album von Dave Hofmann (Heidi Happy, Song Circus, Leech, Serpentine, Slam&Howie) in den Somastudios in Zofingen.

Text: Kathrin Eckhardt